Nutzen für die Region

In der Region Wil-Toggenburg sind die Volumen an mineralischen Bauabfällen konstant hoch. Ein Grund ist das verdichtete Bauen. Um Transportwege möglichst kurz zu halten, sind Deponiestandorte dort zu realisieren, wo das abzulagernde Material anfällt. Dies wird mit der Abfallplanungsregion durch den Kanton so definiert. Eine Deponie trägt zu einer lokal wettbewerbsfähigen Bauwirtschaft bei, sie ist für sämtliche Unternehmen aus der Region zugänglich.

Info-Anlässe

ABGESAGT!  05.10.2021 um 18.30 Uhr
Informationsanlass bei Brunner Umweltservice AG
Ort: Glatthaldestrasse 14, 9230 Flawil
Anmelden: info@radmoos.ch
 
27.10.2021 um 18.30 Uhr
Informationsanlass bei Brunner Umweltservice AG
Ort: Glatthaldestrasse 14, 9230 Flawil
Anmelden: info@radmoos.ch

Faktenblatt

Häufige Fragen & Antworten

Wozu braucht es eine Deponie?


Im Kanton Sankt Gallen herrscht akuter Mangel an Deponievolumen für Material des Typs B. Dazu zählen unter anderem Bauschutt und schwach verschmutztes Aushubmaterial. Bauschutt und schwach verschmutztes Aushubmaterial müssen, wenn möglich, verwertet oder fachgerecht entsorgt werden.

 

Warum in Radmoos?


Der Kanton hat Radmoos im Jahr 2018 als geeigneten Deponiestandort im Richtplan festgesetzt, um den Bedarf an Deponieraum für die Abfallplanungsregion Wil-Toggenburg zu decken. Der Standort erfüllt alle gesetzlichen Auflagen.

 

Was bedeutet eine Deponie für Umwelt & Natur?


Eine Deponie ermöglicht eine umweltgerechte und nachhaltige Entsorgung sämtlicher anfallenden, mineralischen, nicht weiter verwertbaren Bauabfälle. Sie wird durch die Behörden strengstens kontrolliert und stellt somit kein Risiko für Mensch und Natur da. Ökologische Ausgleichsmassnahmen werden Radmoos gegenüber heute aufwerten. Die Deponie wird sich im Endzustand an die für die Landschaft typischen Drumlins anpassen.

 

Wie profitiert die Region?


Die Deponie trägt zu einer lokal wettbewerbsfähigen Bauwirtschaft bei mit klar definiertem Einzugsgebiet und kurzen Transportdistanzen. Die Gemeinde sowie die Landeigentümer erhalten für das abgelagerte Material eine Vergütung. Die Firma Brunner Umweltservice AG in Flawil versteuert im Kanton Sankt Gallen und beschäftigt 45 Mitarbeitende.

 

Wird der Schwerverkehr zunehmen?


Der Standort liegt verkehrstechnisch günstig. Die Zufahrt zur Deponie erfolgt über die Kantonsstrasse Gossau-Oberbüren. Diese führt fern ab von Siedlungsgebieten direkt zum Autobahnanschluss Gossau. Nach heutigen Berechnungen werden durchschnittlich 30 Anlieferungen pro Betriebstag anfallen. Das entspricht einer theoretischen Verkehrszunahme von ca. 1 Prozent des Gesamtverkehrs.

 

Wieso wurde Radmoos im kantonalen Richtplan als Deponie festgesetzt?


Der Standort Radmoos wurde am 28. August 2018 im Richtplan festgesetzt, da der Bedarf nachgewiesen und sämtliche Anforderungskriterien erfüllt sind.

 

Warum wurde für die Deponie die Stadt Gossau ausgesucht?


Der Standort Radmoos ist aus mehreren Gründen sehr gut geeignet: Dafür sprechen die gute Erschliessungsmöglichkeit über die A1, die grosse Distanz zu bewohntem Gebiet und der geringe Einfluss auf Anwohner und Umwelt sowie die Lage im Wirtschaftsgebiet.

 

Ist das Material gefährlich für Mensch und Natur?


Bei dem deponierten Material handelt es sich um mineralische Bauabfälle und leicht verschmutzten Aushub. Das Material ist für Mensch und Natur unbedenklich. Das Ablagerungsmaterial stammt aus regionalen Baustellen und fällt bei Tief- und Rückbauarbeiten an. Das abgelagerte Material ist "inert", was bedeutet, dass hiervon keine resp. nur ganz geringe Emissionen (Gase, Auswaschungen) entweichen.

 

Was geschieht, wenn es die Brunner Umweltservice AG in 20 Jahren nicht mehr gibt?


Es werden während des Betriebs bereits Rückstellungen gemacht. Zudem gibt es einen Sicherungsfonds beim Bund, welcher für Sanierungen aufkommt, wenn auf den Verursacher nicht mehr zurückgegriffen werden kann.

 

Wird die Deponie die Kulturlandschaft nachhaltig verändern?


Im Endzustand wird der Deponiekörper rekultiviert sein und sich an die für die Landschaft typischen Drumlins anpassen. Fruchtfolgeflächen sind wieder erstellt und die ökologische Ausgleichsmassnahmen werden den Standort gegenüber heute aufwerten.

 

Wird das Grundwasser versiegen?


Die Deponie tangiert weder Grundwasser noch die ausserhalb des Perimeters vorkommenden Quellfassungen. Die Anlage erfüllt damit vollumfänglich die Anforderungen der Umweltschutzgesetzgebung. Zudem wurden im Jahr 2019 umfangreiche geologische Untersuchungen durchgeführt. Diese haben einen Einfluss der Deponie auf umliegende Quellen oder Grundwasserzonen ausgeschlossen.

 

Verschmutzt das Sickerwasser unser Grundwasser?


Das Deponiesickerwasser wird gesammelt und während der Betriebsphase sowie in der Nachsorgephase kontrolliert. Es stellt kein Risiko für das Grundwasser dar. Das Deponiesickerwasser wird ins öffentliche Fliessgewässer geleitet, kann jedoch bei einem Notfall in die Kläranlage umgeleitet werden.

 

Was steckt hinter dem Wasserbauprojekt?


Der eingedolte Tobelbach wird über das geforderte Mass hinaus im Bereich des Planungsperimeters über eine Länge von ca. 1'000 m offengelegt. Das Bachbett und die Uferbereiche werden ökologisch aufgewertet, was der Artenvielfalt dient. Zudem kann der neue Gewässerquerschnitt ein sogenanntes «Jahrhundert-Hochwasser» aufnehmen und ableiten.

 

Was ist mit dem Tobelbach?    


Der von Süden kommende, bisher eingedolte Tobelbach wird auf einer Länge von ca. 1‘000 m durch das bestehende Landwirtschaftsland offengelegt und von der Kantonsstrasse (Wilerstrasse) Richtung Norden bis unter der Nutzenbuecherstrasse hindurchgeführt. Dort erfolgt der Anschluss an den bereits offen geführten Tobelbach.

 

Was geschieht mit den Wanderwegen?


Die Velo- und Wanderwege werden durch die Deponie und den Deponiebetrieb nicht unterbrochen.

 

Verlieren die Bauern ihre Fruchtfolgeflächen?


Die Bauern erhalten die Fruchtfolgeflächen wieder vollumfänglich zurück. Der Anteil Fruchtfolgeflächen an der gesamten Bodenfläche entspricht knapp der Hälfte des gesamten Perimeters.

 

Muss für die Ablagerungsstätte Wald gerodet werden?


Die Deponie Radmoos hat keine Rodungen des Nutzenbucherwaldes zur Folge. Der Perimeter ist so gelegt, dass der Waldabstand eingehalten ist.

 

Enthält der Bauschutt Giftstoffe wie beispielsweise Asbest?


Gebundener Asbest stellt in ungebrochenem Zustand keine Gefährdung für Mensch und Umwelt dar. Dazu zählen zum Beispiel Eternitplatten, die zwischen 1960 und 1990 in Wohnhäusern verbaut wurden, Das Material unterliegt jedoch einem speziellen Handling, sofern dies abgelagert wird. Wir halten uns hier an die Vorgaben des Kantons resp. der SUVA.

 

Kann das Gelände ins Rutschen kommen?


Die Karte für Naturgefahren zeigt für das Projektgebiet keine Gefährdung durch Steinschlag, Rutschungen, Erosionen oder Hochwasser. Daran ändert auch die Deponie nichts. Das Wasserbauprojekt Tobelbach ist auf ein sogenanntes «Jahrhundert-Hochwasser» hin geplant. Die geotechnischen Nachweise betreffend Stabilität sind erbracht.

 

Muss die alte Eiche gefällt werden?


Die alte Eiche muss im Zuge der Deponie gefällt werden, wird aber durch andere Bäume ersetzt, welche die neue Kuppe bedecken. Waldflächen sind vom Projekt Radmoos nicht betroffen.

 

Was machen Sie für die Natur?


Es werden eine Reihe von ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen umgesetzt, die den Standort gegenüber dem bestehenden Zustand aufwerten. Die Aufwändigste ist das Wasserbauprojekt Tobelbach. Dabei werden Bachbett und Uferbereiche ökologisch aufgewertet. Ausserdem werden Hecken und Einzelbäume gepflanzt sowie Magerwiesen angesät. Zudem wird im nordwestlichen Bereich eine Oekoausgleichsfläche geschaffen mit Tümpellandschaft und weiteren Aufwertungen.


In der Region Gossau sind viele Deponien im Gespräch.


Deponien sollen dort errichtet werden, wo das Material anfällt. Der Kanton St. Gallen überprüft regelmässig den Deponiebedarf für die verschiedenen Abfallklassen. Der Bedarfsnachweis für Radmoos als Deponie Typ B wurde bereits mit dem Richtplaneintrag 2018 erbracht.

 

Was ist mit der geplanten Nachbarsdeponie?


Radmoos ist eine Deponie Typ B. Nutzenbucherwald ist eine Deponie Typ A. Es besteht kein funktionaler Zusammenhang zwischen den Deponien. Allfällig kumulierte Umweltauswirkungen sind jedoch geprüft worden und im Umweltverträglichkeitsbericht behandelt worden. Die Anforderungen sind erfüllt. Die beiden Betreiber stehen im Austausch und haben mögliche Synergien geprüft.

 

Wird der Schwerverkehr zunehmen?


Nach heutigen Berechnungen werden durchschnittlich 30 Anlieferungen oder 60 Fahrten pro Betriebstag anfallen. Das entspricht auf der Wilerstrasse mit durchschnittlich 5'300 Fahrzeugen einer theoretischen Verkehrszunahme von ca. 1 Prozent. Die effektive Verkehrszunahme für Gossau und Umgebung liegt jedoch tiefer, da weiter entfernte Deponien aus regionalen Baustellen nicht mehr angefahren werden müssten.